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Wir leben im Mittelalter

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Das Mittelalter gilt allgemein als die dunkle Zeit zwischen dem alten Rom und der heutigen Zeit. Allerdings war die „heutige Zeit“ vor rund 150 Jahren.

Vor 150 Jahren schrieb Karl Marx „Das Kapital“, sozialdemokratische Parteien bildeten sich...ja, progressive, demokratische Strömungen florierten.

Doch dann beendeten die scheinsozialistischen Nationalisten Hitlers die Diversität und stürzten Deutschland in zwölf Jahre totalitären Terrors und eine Kriegsniederlage.

Hitlers Herrschaft war durchaus in vielen Aspekten sehr ähnlich zu den Herrschaften der Monarchen des Mittelalters, aber wir reden hier nicht nur von den Rechtspopulisten vor 88 Jahren, sondern auch von Rechtspopulisten vor 88 Tagen. Oder sogar noch aktueller: vor 8 Wochen.

Die Europawahl 2019 zeigte eine extreme deutschlandweite Polarisierung, wie wir sie bereits anfangs des 20. Jahrhunderts beobachten durften. Ein solcher Wandel der Gesellschaft ereignet sich leider meist vor der Machtergreifung totalitärer Parteien, wie man sie zu dieser Zeit zum Beispiel in Deutschland und Russland beobachten konnte.

Während vor allem CDU und SPD bei dieser Wahl viele Stimmen verloren, gewonnen Parteien wie die Grünen und die AfD, noch stärker merkt man dies bei der Juniorwahl, wobei die Nazis von der AfD bei jungen Menschen zum Glück nicht allzu populär sind.

Nur könnte diese Polarisierung mal wieder nur der Vorbote eines totalitären Regimes sein, vor allem wenn eine Partei alleine regieren kann, was auch einer der Gründe ist, aus dem ich mich entschieden habe, die Grünen nicht zu wählen, auch wenn ich sie nicht für allzu antidemokratisch halte.

All das hat allerdings noch nicht viel mit dem in der Einleitung erwähnten Mittelalter zu tun.

Nun, dies ist der zweite historische Aspekt der aktuellen deutschen Politik: Der eiserne Konservativismus. Der eiserne Konservativismus, der den Klimawandel leugnet bzw. nichts gegen ihn tut. Der eiserne Konservativismus, der die Erdkugel für unmöglich und unchristlich hielt. Der eiserne Konservativismus, der jeglichen Fortschritt, in jeder politischen Dimension, immer ablehnen und aufhalten wird.

Im alten Rom dachte man meist progressiv, glaubte an Wissenschaft und eine Demokratie, im Mittelalter hielt man zu jedem Preis am Christentum und an der Monarchie fest.

Die ehemaligen Volksparteien befanden sich - vor allem in den letzten Jahren - zu oft im Mittelalter und zu selten in Rom.